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Wissen macht Schlank!
 
Vor jeder professionellen Beratung im Sport- und Ernährungsbereich, sollte heutzutage eine genaue Körperanalyse stattfinden. Bisher werden meistens nur Laktatanalysen, Körperfettmessungen, Kraft-, Ausdauer- und Beweglichkeitstests durchgeführt. Aber die wenigsten Berater wissen, was ihre Kunden wirklich (ver-) brauchen. 

In der Bewegungs-, Ernährungs- und Lebensstilberatung kommen grundsätzlich zwei Parametern eine wesentliche Bedeutung zu, nämlich der bioaktiven Körperzellmasse (BCM) und dem Grundumsatz. Diese sind bei gesunden, normalgewichtigen Personen eng miteinander verknüpft, aber bei Übergewichtigen und Kranken weichen sie erheblich vom Sollwert ab und können deshalb kaum abgeschätzt werden. Deshalb ist heute zur Beurteilung der Ausgangslage einer Beratung oder Therapie die Messung dieser beiden Parameter unabdingbar. 

Die Erhöhung der Zellmasse zur Steigerung des Grundumsatzes ist die Grundvoraussetzung eines erfolgreichen Gewichtsmanagements. In der Regel findet sich bei Übergewichtigen eine Erhöhung des Fettanteils bei gleichzeitig stark erniedrigter Zell- und Muskelmasse. Da die Muskelmasse einen Großteil der Körperzellmasse (BCM) ausmacht, sollte daher vor Beginn und während einer Gewichtsreduktion eine Aufrechterhaltung bzw. Erhöhung der BCM angestrebt werden.

Aber nicht nur der GU, sondern auch der Gesamtenergieumsatz über den ganzen Tag bzw. durchschnittlich pro Woche verteilt, ist eine beratungsnotwendige Messgröße, die bislang in der analytischen Diagnostik fehlte.
Der Grundumsatz (GU) ist die metabolische Basisgröße unseres Körpers. Dieser ist der Energieumsatz unseres Körpers im absoluten Ruhezustand ohne Berücksichtigung des Energieverbrauchs durch körperliche Aktivität (z. B. Sport). Er wird im Wesentlichen von der bioaktiven Zellmasse, also von der Muskelmasse und der Masse der anderen Organe bestimmt. Wenn man allerdings wissen möchte, in welchem metabolischen Zustand sich der Kunde befindet, wie er „brennt“ und wie sich sein tatsächlicher Energieumsatz im Vergleich mit Normalpersonen einordnen lässt, sollte man zusätzlich den MET-Wert (MET = Metabolische Einheit) kennen.
Grundsätzlich gilt: 

1 MET = 1 kcal pro Stunde und pro kg Körpergewicht = 1 kcal/h/kg

Normalpersonen haben einen GU von 1 MET, d. h. jedes kg Körpergewicht verbrennt durchschnittlich 1 kcal pro Stunde. Übergewichtige „brennen“ auf viel geringem Niveau, d. h. ihr Ruheenergieverbrauch pro kg Körpergewicht ist deutlich niedriger als der einer Normalperson, denn Fettzellen verbrauchen wesentlich weniger Energie als bioaktive Zellen (Organe/Muskeln). Daraus folgt, dass der GU alleine keine hinreichende Messgröße für eine professionelle Beratung ist.

Wichtig: Der Gesamtenergieumsatz

Wir wissen doch alle, der GU ist eine relevante Messgröße, doch wir wissen auch, es dauert Monate wenn nicht sogar Jahre, um den GU wesentlich zu steigern. Daher sollte der Focus mehr auf den Gesamtenergieumsatz über den ganzen Tag bzw. besser einen geschlossen Zyklus z. B. eine Woche gelegt werden (der Energieverbrauch an den Arbeitstagen sieht anders aus, als der am Wochenende), denn der kurzfristig veränderbare Teil des Gesamtenergieumsatzes ist der Leistungsumsatz. 

Bei erkannten niedrigen Werten kann durch gezielte Bewegungsempfehlung dem Kunden zu einem höheren Gesamtenergieverbrauch verholfen werden, so dass dieser eine negative Energiebilanz erfährt, um somit vermehrt Körperfett abzubauen. 

Eine grundlegende Vorraussetzung zur Optimierung des Bewegungs-, Essverhaltens und des Lebensstils, ist daher eine objektive Dokumentation dieser Ausgangslage, nicht nur für den Betreuer oder Therapeut, sondern vor allem für den Betroffenen selbst. Nichts ist beeindruckender, als das eigene Verhalten Stunde für Stunde und Tag für Tag vor Augen geführt zu bekommen.